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Case Study 01 · Schadenmanagement

Schadenaufnahme und Kalkulation automatisieren

Ein Kfz-Sachverständigenbüro erstellt Schadengutachten weiterhin selbst – aber der zeitaufwendige Weg von der Schadenaufnahme bis zum fertigen Kalkulationsentwurf läuft automatisiert im Hintergrund. Die fachliche Verantwortung bleibt vollständig beim Sachverständigen.

Entwickelt · Go-Live vorbereitet
Branche
Kfz-Sachverständigenwesen
Prozess
Schadenaufnahme & Kalkulation
Umfang
65 Prozessschritte in einem Workflow
Status
Entwickelt, Go-Live vorbereitet
Ausgangssituation

Wie der Prozess vorher lief

Nach jeder Schadenaufnahme steht im Sachverständigenbüro derselbe Ablauf an: Fahrzeugdaten prüfen, Schadenfotos sichten, Ersatzteile und Arbeitspositionen im Kalkulationssystem zusammenstellen, Reparaturwege gegeneinander abwägen und daraus ein belastbares Gutachten formulieren.

Fachlich ist das anspruchsvolle Arbeit. Der überwiegende Teil des Zeitaufwands entfällt aber nicht auf die fachliche Bewertung, sondern auf Zusammentragen, Übertragen und Nachschlagen – Daten aus der Gutachtensoftware, aus dem Kalkulationssystem, aus Herstellervorgaben und aus den eigenen Fotos.

Dieser Teil ist wiederkehrend, regelbasiert und damit automatisierbar – ohne dass die fachliche Einschätzung des Sachverständigen ersetzt oder verwässert wird.

Herausforderung

Warum der Prozess das Unternehmen ausgebremst hat

Vier Punkte, die den Ablauf im Alltag teuer gemacht haben – unabhängig davon, wie gut gearbeitet wurde.

01

Medienbrüche zwischen Fachsystemen

Gutachtensoftware und Kalkulationssystem sprechen nicht automatisch miteinander. Fahrzeug- und Schadendaten werden mehrfach von Hand übertragen – jedes Mal eine potenzielle Fehlerquelle.

02

Zeitaufwand vor der eigentlichen Fachleistung

Bevor die Bewertung beginnt, ist bereits erhebliche Vorarbeit erledigt worden: Daten sammeln, Fotos sortieren, Positionen suchen. Diese Vorarbeit ist bei jedem Schaden nahezu identisch.

03

Skalierung nur über zusätzliche Personen

Mehr Aufträge bedeuten proportional mehr Verwaltungsaufwand. Wachstum ist damit direkt an zusätzliche Arbeitszeit gekoppelt statt an die verfügbare Fachkompetenz.

04

Kalkulationsqualität hängt an Tagesform

Welche Reparaturleitfäden und Prüfschritte herangezogen werden, entscheidet sich im Einzelfall. Ein strukturierter, immer gleicher Vorbereitungsstandard fehlt.

Lösung

Die entwickelte Lösung

NA-Workflow hat einen durchgehenden Workflow entwickelt, der zwischen Gutachtensoftware und Kalkulationssystem vermittelt und den kompletten Vorbereitungsteil übernimmt: Daten abrufen, Schadenfotos KI-gestützt analysieren, Kalkulationsdaten aus dem Fachsystem ziehen und daraus einen strukturierten Kalkulationsentwurf erzeugen.

Entscheidend ist die Abgrenzung: Der Workflow erzeugt einen Entwurf, keine Freigabe. Preise und Kalkulationswerte stammen ausschließlich aus dem angebundenen Fachsystem – die KI formuliert und strukturiert, sie erfindet keine Beträge. Nichts verlässt das Haus, bevor der Sachverständige den Entwurf geprüft und freigegeben hat.

Erst nach dieser Freigabe schreibt der Workflow die Ergebnisse zurück in die Gutachtensoftware. Damit bleibt die Haftung dort, wo sie hingehört: beim Sachverständigen.

Stand des Projekts: Der Workflow ist vollständig entwickelt und umfasst 65 technische Prozessschritte. Die Anbindung an die Gutachtensoftware ist umgesetzt, die Anbindung an das Kalkulationssystem erfordert eine Schnittstellenpartnerschaft mit dem Anbieter, die derzeit läuft. Der Go-Live erfolgt nach deren Freigabe. Es werden hier bewusst keine Ersparnis- oder ROI-Zahlen genannt, solange sie nicht aus dem Produktivbetrieb belegbar sind.

Automatisierter Ablauf

So läuft der Prozess heute ab

Jeder Schritt im Überblick – ohne Fachbegriffe. Schritte mit heller Markierung bleiben bewusst beim Menschen.

1

Schaden erfasst

Der Sachverständige nimmt den Schaden wie gewohnt in der Gutachtensoftware auf. Damit startet der Workflow – ohne zusätzlichen Handgriff.

Auslöser
2

Fahrzeug- und Auftragsdaten abrufen

Der Workflow liest Auftrag, Fahrzeugidentifikation und Schadenfotos über die Schnittstelle der Gutachtensoftware aus.

3

Fahrzeug identifizieren

Über die Fahrzeugidentifikationsnummer werden Modell, Ausstattung und die passenden Kalkulationsdaten im Fachsystem ermittelt.

4

Schadenfotos KI-gestützt auswerten

Die Bilder werden auf sichtbare Schadenbilder, betroffene Bauteile und Schadenumfang hin analysiert und strukturiert beschrieben.

5

Kalkulationsdaten zusammenführen

Arbeitspositionen, Ersatzteile und Reparaturleitfäden werden aus dem Kalkulationssystem übernommen – als geprüfte Fachdaten, nicht als Schätzung.

6

Kalkulationsentwurf erzeugen

Aus allen Bausteinen entsteht ein strukturierter Entwurf mit Begründung je Position. Beträge stammen ausschließlich aus dem Fachsystem.

7

Fachliche Prüfung und Freigabe

Der Sachverständige sieht den vollständigen Entwurf, korrigiert bei Bedarf und gibt frei. Ohne diesen Schritt geht der Prozess nicht weiter.

Freigabe zwingend
8

Rückschreiben ins Gutachten

Die freigegebenen Positionen werden zurück in die Gutachtensoftware geschrieben – das Gutachten wird dort finalisiert.

Automatisierter Schritt
Bewusst manuell: Freigabe durch den Menschen
Eingesetzte Systeme

Integrationen im Überblick

Wir setzen auf die Systeme, die im Unternehmen bereits im Einsatz sind, statt einen Systemwechsel zu verlangen.

Gutachtensoftware

autoiXpert

Auftrags- und Gutachtenverwaltung. Anbindung über die dokumentierte REST-Schnittstelle.

Kalkulation

DAT / silverDAT

Fahrzeugidentifikation und Kalkulationsdaten als fachliche Datenbasis.

Orchestrierung

n8n

Steuert den gesamten Ablauf, Fehlerbehandlung und Wiederholungslogik.

Datenhaltung

Supabase / PostgreSQL

Speichert Entwürfe, Zwischenstände und den Freigabestatus revisionssicher.

Bild- und Textanalyse

Claude (Anthropic)

Wertet Schadenfotos aus und formuliert Begründungen – ohne eigene Preisannahmen.

Vorher & Nachher

Was sich konkret verändert

Vorher
  • Fahrzeug- und Schadendaten werden mehrfach zwischen Systemen übertragen
  • Schadenfotos werden vollständig manuell gesichtet und beschrieben
  • Reparaturleitfäden werden im Einzelfall nachgeschlagen
  • Der Kalkulationsentwurf entsteht komplett von Hand
  • Vorbereitungsaufwand steigt linear mit der Auftragszahl
  • Kein einheitlicher Standard für die Kalkulationsvorbereitung
Nachher
  • Daten fließen automatisch zwischen Gutachten- und Kalkulationssystem
  • Fotos werden vorab strukturiert ausgewertet und dokumentiert
  • Reparaturleitfäden werden automatisch zur passenden Position gezogen
  • Der Entwurf liegt fertig strukturiert zur Prüfung bereit
  • Zusätzliche Aufträge erzeugen keinen zusätzlichen Vorbereitungsaufwand
  • Jeder Schaden durchläuft denselben nachvollziehbaren Ablauf
Business-Nutzen

Wirkung im Unternehmen

Was der automatisierte Ablauf im Unternehmen bewirkt – betriebswirtschaftlich, nicht technisch betrachtet.

Vorbereitung statt Fachleistung entfällt

Der Sachverständige steigt beim fertigen Entwurf ein, statt Daten zusammenzutragen. Die Fachzeit fließt in die Bewertung, nicht in die Recherche.

Fachliche Kontrolle bleibt vollständig erhalten

Kein Gutachten verlässt das Haus ohne persönliche Freigabe. Die Automatisierung bereitet vor – entschieden wird vom Menschen.

Auftragswachstum ohne Personalaufbau

Der Vorbereitungsaufwand pro Schaden bleibt konstant, unabhängig davon, wie viele Aufträge parallel laufen.

Einheitliche Qualität je Vorgang

Jeder Schaden durchläuft dieselben Prüf- und Rechercheschritte. Der Vorbereitungsstandard wird unabhängig von Tagesform und Auslastung.

Lückenlose Nachvollziehbarkeit

Jeder Zwischenstand wird gespeichert. Es ist jederzeit belegbar, auf welcher Datenbasis ein Entwurf entstanden ist.

Kürzere Durchlaufzeit zum Kunden

Weil die Vorbereitung parallel im Hintergrund läuft, verkürzt sich die Zeit zwischen Schadenaufnahme und versandfertigem Gutachten.

Automatisierungsgrad

Wie viel läuft ohne manuellen Eingriff?

7von 8 Prozessschritten

Sieben Schritte laufen ohne manuellen Eingriff. Ein Schritt ist bewusst manuell gehalten: die fachliche Freigabe des Kalkulationsentwurfs.

Automatisiert
Bewusst manuell (Freigabe)

Der Automatisierungsgrad beschreibt die Prozessschritte im Workflow – keine Zeitersparnis. Belastbare Zeitwerte lassen sich erst nach dem Produktivbetrieb messen und werden hier nicht vorweggenommen.

Technischer Hintergrund

Für alle, die es genauer wissen wollen

Für die Entscheidung über den Prozess ist dieser Abschnitt nicht nötig – für die technische Bewertung schon.

Technischer Hintergrund

Der Workflow ist in n8n umgesetzt und besteht aus 65 Knoten. Er ist ereignisgesteuert: Auslöser ist ein neu angelegter beziehungsweise aktualisierter Gutachtenauftrag in der Gutachtensoftware.

  • Parallelisierung: Fahrzeugidentifikation, Bildanalyse und Leitfadenrecherche laufen gleichzeitig statt nacheinander, um die Gesamtlaufzeit kurz zu halten.
  • Datenhaltung: Eine PostgreSQL-Datenbank (Supabase) hält Entwürfe, Rohdaten und Freigabestatus. Jeder Vorgang ist damit reproduzierbar.
  • Preislogik: Das Sprachmodell erhält Kalkulationswerte ausschließlich als übergebene Fachdaten. Es hat keine Berechtigung, Beträge zu erzeugen oder zu verändern – eine bewusste Einschränkung zur Absicherung der Gutachtenqualität.
  • Fehlerbehandlung: Fehlgeschlagene Schnittstellenaufrufe werden wiederholt; bleibt ein Schritt erfolglos, wird der Vorgang als unvollständig markiert und gemeldet, statt einen lückenhaften Entwurf zu erzeugen.
  • Freigabe-Gate: Der Rückschreibe-Schritt ist technisch an den Freigabestatus gekoppelt. Ohne Freigabe existiert kein Pfad zurück in die Gutachtensoftware.

Läuft ein vergleichbarer Prozess auch bei Ihnen von Hand?

In 30 Minuten sehen wir uns Ihren Ablauf an und sagen Ihnen offen, was sich automatisieren lässt – und was nicht. Kostenlos und unverbindlich.

Kostenlose Potenzialanalyse starten
Häufige Fragen

Fragen zu dieser Case Study

Ersetzt die Automatisierung die Arbeit des Sachverständigen?

Nein. Der Workflow übernimmt die Vorbereitung – Daten zusammentragen, Fotos auswerten, Kalkulationsdaten ziehen und strukturieren. Die fachliche Bewertung und die Freigabe bleiben vollständig beim Sachverständigen. Ohne dessen Freigabe wird kein Ergebnis in das Gutachten zurückgeschrieben.

Kann die KI eigene Preise oder Beträge erfinden?

Nein, und das ist technisch abgesichert. Alle Kalkulationswerte stammen aus dem angebundenen Fachsystem. Das Sprachmodell strukturiert und begründet die Positionen, hat aber keine Berechtigung, Beträge zu erzeugen oder zu verändern.

Funktioniert das auch mit anderer Gutachten- oder Kalkulationssoftware?

Grundsätzlich ja. Entscheidend ist, ob das eingesetzte System eine Schnittstelle anbietet. Wir prüfen das im Rahmen der Potenzialanalyse und passen den Workflow an die vorhandene Systemlandschaft an, statt einen Systemwechsel zu verlangen.

Wie lange dauert die Umsetzung eines solchen Workflows?

Das hängt vor allem von der Verfügbarkeit der Schnittstellen ab. Der technische Aufbau ist in der Regel der planbare Teil; die Freigabeprozesse der Softwareanbieter bestimmen den Zeitpunkt des Go-Lives. In der Potenzialanalyse klären wir beides vorab.

Was passiert, wenn ein Schritt technisch fehlschlägt?

Fehlgeschlagene Aufrufe werden automatisch wiederholt. Bleibt ein Schritt erfolglos, markiert der Workflow den Vorgang als unvollständig und meldet ihn, statt einen lückenhaften Entwurf zu erzeugen. Der bisherige manuelle Weg bleibt jederzeit nutzbar.

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